Samstag, 27. Dezember 2014

Ein ganz spezielles Weihnachten


Frohe Weihnachten aus dem fernen Kanada!
Ich verbringe meine Ferien hier in einem Indianerreservat in New Brunswick, einer der östlichsten Provinzen Kanadas.
Ich bleibe bei der Familie von einer Klassen- und Teamkameradin von der OHA. Eine herzliche, offene und nette Familie mit vier Kindern, sechs Großeltern,  zwei Hunden und zwei Katzen. Der Vater ist indianischer Abstammung und die ganze Familie spielt Eishockey und ist ein wenig verrückt... perfekt für mich!! 
Heiligabend und beide Weihnachtstage verbringen wir bei den Großeltern. Die Großmutter (Nana genannt) ist Lehrerin und ihr Mann (Granpy) ist ein berühmter Künstler.
Alle haben mitgeholfen, den Tannenbaum zu schmücken, auch der jüngste Sohn. Das Resultat sah wirklich gut aus, wenn auch etwas chaotisch, wie ihr auf dem Foto unten sehen könnt. Wir hatten außerdem jede Menge Geschenke, mehr, als ich jemals in meinem ganzen Leben gesehen habe! (Was aber wahrscheinlich daran lag, dass wir mit vielen Leuten gefeiert haben.




Gestern, Heiligabend, gab es ein großes Essen mit Familie und Freunden, außerdem haben wir Feuerwerke gezündet und sind bis ein Uhr morgens aufgeblieben.  Es war wirklich schön und wir haben hart Party gemacht (mehr oder weniger, wir hatten auf jeden Fall viel Spaß :D).

Heute Morgen um 7:30 hat uns Nana mit dem jüngsten Sohn, Sebatiyan (er ist zwei Jahre alt), aufgeweckt. Dann ging es endlich los mit dem großen Geschenke-auspacken. Ich habe auch richtig tolle Sachen bekommen, wie Kopfhörer, eine Kette mit Eishockey-Anhänger, Flip-Flops :D und –sehr wichtig- einen onezie!!!
Der Onezie ist der typische kanadische, einteilige Schlafanzug (manche laufen auch den ganzen Tag darin herum),  ähnlich einem Strampler für Babys.  Ein must-have für jeden waschechten Kanadier!

Morgen gehen wir dann zu den Großeltern väterlichseits. Ich freue mich schon total, weil jeder hier so nett ist und ich eine Person  bin, die gerne neue Leute kennenlernt und neue Orte besucht.
Eins ist aber jetzt schon für mich klar: Ich habe hier eine zweite Familie für den Rest meines Lebens gefunden und werde immer wieder gerne hierher zurückdenken / kommen.
In diesem Sinne wünsche ich euch Frohe und besinnliche Festtage.

Freitag, 28. November 2014

Schnee!!!


Wow, ihr werdet mir nicht glauben, was mir gestern passiert ist.
Ich gehe morgens aus der Tür und WUSCH! Alles ist weiß! Es hat über Nacht fünf cm geschneit!
Dazu ist es auch wirklich kalt. Heute hat sich der Schnee in Eis verwandelt. Echt rutschig!


Am Wochenende hatten wir dann auch noch etwas ganz spezielles gemacht:
Wir waren bei einem NHL-Spiel! Für alle, die nicht wissen, was die NHL ist:
Die NHL (National Hockey League) ist eine Eishockeyliga mit den besten Teams der USA und Canada, also die beste Eishockey-Liga der Welt.
Wir haben uns das Spiel Detroit gegen Chicago in Detroit angesehen.


Es war der absolute Wahnsinn! Das Stadion ist riesig und die Stimmung super! Und wenn man dann noch die Hockeyspieler sieht, kann man es gar nicht fassen, dass man so gutes Hockey überhaupt spielen kann! Allein dafür haben sich auch die zehn Stunden Fahrt gelohnt.
Das Eishockey hier ist auch ganz anders als zu Hause. Alles ist schneller (man sieht nur den Puck wieder aus dem Tor herausschießen, so schnell ist er, und die Spieler haben bessere Skills, zum Beispiel im Dribbeln, Laufen, Schießen. Echt Hammer!
Es haben auch die Detroit „Red wings“ locker mit vier zu eins gegen die "Blackhawks" gewonnen. Langweilig war es trotzdem nicht!

Heute ist ja dann auch schon „Black Friday“, der Freitag nach dem amerikanischen Thanksgiving gestern, dass auch ganz groß mit Truthahn zelebriert wird, Heute ist alles in den Läden stark heruntergesetzt, und die Kunden stürmen die Geschäfte. Einkaufen zu gehen ist Selbstmord und/oder viel Geld sparen.

Wir machen aber nichts besonderes, mein Team organisiert ein Turnier. Es ist eigentlich ganz cool, weil man die Uhr bedienen darf und Leuten helfen kann.

Bald ist ja dann auch schon Weihnachten!
Ich fahre am 13. Zu einer kanadischen Freundin nach Hause. Das wird auch noch ein langes Stück Fahrt, ungefähr zehn Stunden!

Bis dahin sind es nur noch 15 Tage!
Wow, die Zeit geht wirklich schnell rum.

Bis bald!



Samstag, 15. November 2014

Was für tolle Erlebnisse!


So, es hat lang gebraucht, bis diese Nachricht mal wieder zustande gekommen ist.
Im Oktober war ich mal wieder fleißig unterwegs.
Es ist nicht besonders viel passiert ( ansonsten hätte ich das ja geschrieben), aber wir hatten viel zu tun, so waren wir zum Beispiel in den letzten fünf Wochen auf Tournaments in den USA.
Auf diesen waren wir dann auch mehr oder weniger erfolgreich. Das Letzte haben wir in unserer Altersklasse gewonnen!
Es war aber auch relativ einfach, weil wir eine Liga unter unseren eigentlichen gespielt haben.
Als Champions haben wir dann ein Siegerfoto und T-Shirts bekommen :)

Ansonsten ist der Oktober der „pinke Monat“ hier in Kanada.
Pink ist hier nämlich (wie die Schleife) ein Zeichen der Krebshilfe . So konnte man überall pinke Anziehsachen kaufen und viele Eishockeyspieler haben pinke Schnürsenkel und Schlägertape benutzt.
Es ist wirklich toll, dass die Kanadier so engagiert sind!

Ansonsten gab es natürlich DAS Fest für die Kinder in Nordamerika: Halloween!!
An unserer Schule hat sich jeder verkleidet und es gab auch Spiele Wettbewerbe für das beste Kostüm.
Ich habe mich als Zombie verkleidet, wie ihr auf dem Foto unten sehen könnt.
Ja, das bin ich! Ist das nicht furchterregend?

Süßigkeiten konnte ich leider nicht sammeln gehen, da wir abends ein Spiel hatten, welches wir dann aber auch gewonnen haben.

Am 11. November hatten wir dann einen anderen, sehr besonderen Tag für alle Kanadier zelebriert;
Der "Rememberance Day" erinnert an alle gefallenen Soldaten und Veteranen und wir als Schule haben eine Rede an einem Kriegsdenkmal besucht. Jeder hatte rote Mohnblumen angesteckt, die als Zeichen für diesen Tag stehen, weil auf ehemaligen Kriegsfeldern Mohnblumen gesät wurden.
Es war sehr emotional, da auch viele Veteranen aus dem zweiten Weltkrieg dabei waren, die bei der Rede auch mal geweint haben.


Die einzigen beiden Sachen, die sich geändert haben, waren, dass wir eine neue Zimmerkameradin und einen Hund bekommen haben!
Das neue Mädchen, mit der ich meinen Raum teilen darf, heißt Sydney und ist aus New Brunswick, eine der nördlichsten Provinzen in Kanada. Sie ist auch vierzehn Jahre alt und wird vermutlich bei dem weißen Team mitspielen. Ich glaube, wir beiden werden gute Freundinnen. Sie hat viel Heimweh, aber sie hat hier ja sehr viele Freunde, die immer für sie da sind.

Der Hund gehört einem meiner Trainer und wird nur bis Weihnachten hierbleiben, aber es ist wirklich toll, einen „Schulhund“ zu haben, der überall herumspringt und jeden freundlich begrüßt. :)
Er kommt auch mit auf die Straße und hat natürlich einen Ehrenplatz ganz vorne.

Ansonsten heißt die Devise: „Im Westen nichts Neues!“
Nach dem „Indian Summer“, der uns in knallroten Blättern brennende Ahornbäume gebracht hat, wird es jetzt immer kälter, und bald werden wohl auch schon die ersten Schneeflocken fallen.

 

Lasst diese farbenfrohen Bilder in euch ausklingen, ich melde mich bald wieder!

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Meine ersten beiden Assists!


So, ich habe mich mich wieder einmal lange nicht melden können, da das Internet immer wieder mal nicht funktioniert und ich die letzten Tage lang ein volles Programm hatte.

An diesem Wochenende waren wir am Ridley College Showcase Tournament in Sankt Catharines.

St. Catharines liegt noch hinter Toronto, nahe den Niagarafällen, was für uns erstmal sechs ein halb Stunden

Fahrt bedeutete. Uff! Aber daran muss man sich wohl gewöhnen, wenn man in Kanada ist.
Die ersten beiden Spiele haben wir auch sehr souverän gewonnen (4:1, 3:1), gegen den Gastgeber und ein anderes Highschool-Team haben wir dann zweimal Gleichstand gespielt (2:2, 2:2).
Da wir aber immer das Shootout am Ende des Spiels verloren haben, ging es Sonntagmorgen dann „nur“ um Platz drei gegen Niagara Falls, aber die Partie war auch nicht allzu schwer.

Insgesamt war es aber trotzdem ein recht erfolgreiches Wochenende. Ich habe meine ersten beiden Assits und damit Scorerpunkte gemacht, und wir hatten eine Menge Spaß, nicht zuletzt, weil wir ein Spitzenhotel direkt an den Niagarafällen hatten.
Dort ist immer etwas los! Fast jede Nacht waren wir unterwegs in den verschiedenen Shoppingmalls und anderen Attraktionen.
 In der Zeit haben wir auch noch zwei Geburtstage gefeiert. Es ist aber schön, so etwas mit seinen Freunden und Teamkameraden zu erleben.

Am Montag waren wir dann auch schon wieder voll im Schulleben drin. Aber diese Woche ist keine normale Schulwoche, es sind Summer Olympics!

Wir hatten schon verschiedene spannende und lustige Wettbewerbe. Bei jedem Wettbewerb stellt jedes Team einen Vertreter (wir haben hier drei Mädchen- und vier Jungen-Teams), der dann sein Bestes geben muss, um für sein Team Punkte zu sammeln.

Am witzigsten fand ich natürlich den „Pie Diver“: In einer Sahnetorte sind acht Gummiwürmer versteckt, die die Kandidaten ohne Hände finden und in eine Schale tun müssen.
Wer als erstes alle Gummiwürmer gefunden und hinterher noch die ganze Schale leergegessen hat, hat gewonnen. :) Hinterher hatten natürlich alle sahneverschmierte Gesichter, aber das Publikum hatte seinen Spaß!

Es gab aber natürlich auch noch andere Wettbewerbe, wie zum Beispiel ein NHL-Quiz, das Eierwerfen und –fangen, das Apfeltauchen, Schminken (Jungs schminken Mädchen und Mädchen Jungs- das Resultat war auf jeden Fall sehenswert, viel Farbe :D), die Scherzfragen und Mathcompetition, aber auch eher Sportliche Wettkämpfe, wie zum Beispiel Elfmeterchießen, Puckschießen, möglichst schnell Gewichte aufladen, acht mal stemmen und alles wieder aufräumen, An-Der-Wand-Sitzen für möglichst lange und ntürlich den krönenden Abschluß, den Marathonlauf.
Aber keine Sorge, die Athleten mussten nicht 42 Kilometer laufen, sondern nur zwanzig Meter. Dafür aber mit voller Eishockeyausrüstung und mit einem Medizinball.
Die Schwierigkeit hierbei lag bei dem möglichst schnellen an- und ausziehen der Ausrüstung, denn es mussten vier Leute nacheinander laufen.
Heute war dann Dress-Up-Day.
Jede Mannschaft hatte ein bestimmtes Motto festgelegt, Girls white hatte „Gangster“,Girls  maroon (wie ich) „tight and bright“ und Girls Gold „Jeans“.
Wir Mädchen haben diesen Tag viel erster genommen als die Jungs. Während also die meisten Jungs normale Klamotten trugen, sahen beim Mittagessen die Mädchentische wie eine Karnevalsparty aus.
Auch die Coaches sollten eigentlich mitmachen, aber ich habe keinen verkleideten außer meinem Mathelehrer gesehen. Ich habe ihn nicht erkannt!!! Es war die krasseste Gangster-Verkleidung, die ich je gesehen habe!

Die Summerolympics sind aber noch nicht vorbei. Wir haben noch B-Ball Jump und Tavelin Toss. Ich weiß nicht, worum es in den beiden Wettbewerben geht, aber es wird bestimmt witzig :)

Am Montag ist dann schon das Ende mit der letzten Disziplin…
Trommelwirbel bitte…

Das Musikviedeo!!!
Jedes Team hat ein Musikvideo gedreht und ein Lied ge-remixt. Mein Team hat einfach Party gemacht und wir haben alles gefilmt. Nur unser „Dorm Parent“ (die Aufsichtsperson im Wohngebäude) war hinterher etwas sauer, weil einfach alles voll mit Glitzer war. Und obwohl wir den Boden viermal gesaugt haben, sieht der Flur immer noch aus wie der Sternenhimmel :D.

Ich bin schon wirklich gespannt, wer diese Disziplin gewinnt.

So, jetzt muss ich aber auch so langsam ins Bett.
Morgen schreibe ich meinen ersten Französischtest, und ich werde jetzt noch ein paar Vokabeln wiederholen.

Ich melde mich bald wieder!

Donnerstag, 18. September 2014

Kanada(ier)-was einem auffällt


So, diese Woche gibt es eigentlich nicht viel zu berichten, deshalb werde ich euch ein bisschen über die Kanadier allgemein erzählen und die Unterschiede von hier zu Deutschland.

Was mir erstmal besonders aufgefallen ist:
Die Kanadier sind sehr behindertenfreundlich und Gleichberechtigung wird hier großgeschrieben(Vielleicht liegt es daran, dass es hier so viele Mädchen gibt, die Hockey spielen?).

Es gibt zum Beispiel in unserer Eishalle behindertengerechte Duschen mit ausklappbaren Sitzen. (!)

Ob das in einem Sportzentrum zweckmäßig ist, wage ich ein wenig zu bezweifeln, aber das ist wirklich das kurioseste Beispiel. 

Eigentlich jede Tür von einem öffentlichen Gebäude ist automatisch. Das heißt, Rollstuhlfahrer können einfach auf einen Knopf drücken und dir Tür öffnet sich.
Auch ältere Leute werden sehr respektiert. In vielen Geschäften gibt es Rabatt an der Kasse, wenn man Rentner ist (!) und in dem Sportzentrum, wo wir trainieren, sieht man auch viele pensionierte Menschen, die Sport treiben. Es gibt eine extra Rentner-Eislaufzeit!
Außerdem hat hier fast jedes Auto eine AIDS-Schleife als Aufkleber. Sie ist hier eigentlich vor allem ein Zeichen für die Krebshilfe, aber man sieht das Zeichen einfach überall.

Weiterhin ist Lacrosse ein weit verbreiteter Sport, genauso wie American Football, während viele in Deutschland nicht einmal wissen, was Lacrosse ist! In unserem Trainingszentrum gibt es auch eine Lacrossehalle (zwar habe ich noch nie jemanden da spielen sehen, aber das liegt wohl eher daran, dass wir morgens trainieren) :)

Und natürlich sind hier alle Eishockeyverrückt! Fast wie wir deutschen mit dem Fußball… Überall kann man Fanartikel von verschiedenen Clubs in der NHL kaufen, und zwei der ersten Dinge, die man gefragt wird, sind: „Was ist dein Lieblingsverein?“ und „Wer ist dein Lieblingsspieler?“


Eine weitere Besonderheit ist das Geld:
In Kanada hat man die Cents abgeschafft, weil die Herstellung mehr gekostet hat, als sie wert waren.
Das heißt, immer, wenn man etwas kauft, wird auf fünf Cent auf- oder abgerundet.
Wirklich verwirrend, wenn auch noch dazukommt, dass man 13% Steuern auf den ausgeschriebenen Preis addieren muss… man kann nie passend bezahlen!

Außerdem fällt einem sofort auf, dass die Kanadier seeehr höflich sind. Das bedeutet, dass sie sich immer entschuldigen, zum Beispiel wenn sie im Laden vor dir hergehen und dir die Sicht versperren.

Das Erste, was sie sagen, nachdem sie dich begrüßt haben, ist immer „How are you?“, auch hier in der Schule. Immer wenn ich einen Lehrer begüße, werde ich das auch gefragt. Manchmal kommt es also vor, dass ich ein und demselben Lehrer diese Frage sechsmal an einem Tag beantworten muss (auch wenn es mir sowieso immer super geht). :)


Und nun kommt das Wetter: :) kleiner Scherz am Rande…

Es wird hier schnell kälter, vor zwei Wochen hätte ich es mir nicht träumen lassen, dass ich jetzt schon langärmelige Sachen tragen würde! Noch ist es nur morgens etwas kühl, aber ich habe schon die ersten Gänse gen Süden fliegen sehen, und die ersten Bäume färben sich auch schon ein wenig.
Hier, wo ich bin, wird es im Winter wahrscheinlich nicht allzu kalt und es gibt nicht so viel Schnee (nur 40 cm), aber wenn man bedenkt, dass ich auf der Höhe von Rom bin, ist da schon ein kleiner Unterschied…


So, das war es dann auch schon fürs Erste, sobald mir noch etwas ein-/auffällt, werde ich das natürlich auch noch bringen, wenn ihr sonst Fragen oder Anmerkungen habt, schreibt einfach in die Kommentare und ich antworte dann im nächsten Post. :)

Keep calm!

Montag, 8. September 2014

Cornwall, Woche 1


So, ich habe es geschafft!
Ich habe eine ganze Woche hier überlebt und sogar nur (!) zweimal die Schulregeln gebrochen!!!
An meine lieben Eltern: Es war keine Absicht und nichts Gefährliches und ich werde es auch nicht wieder tun (hoffe ich)…:)
Wir haben hier ein Sign-Out-Book, wo man sich jedes Mal, wenn man das Schulgelände verlässt, eintragen muss. Wenn man das nicht tut, ist eine Schulregel gebrochen…leider fällt mir das immer nur dann ein, wenn ich wieder zurückkomme. :/
Aber bis jetzt wurde ich noch nicht erwischt :), das ist ja die Hauptsache.


Am Samstag hatten wir das Spiel gegen Kingston…Die zweieinhalb Stunden Fahrt waren echt chillig, abgesehen davon, dass es die ganze Zeit eigentlich nur geregnet hat und es wieder die ganze Zeit dieselbe Landschaft war wie auf der Fahrt von Toronto hierher.
Wir haben 7:1 verloren. :( obwohl ich alles gegeben habe, aber ich war die Jüngste auf dem Eis (und auch die Schlechteste); Die Gegner waren aber auch wirklich das eingespielterere Team.

Ich bin jeden Tag, auch in meiner Freizeit in unserer großen, professionellen, Sporthalle.
Schaut sie euch an! Der Traum eines jeden Kraftsportlers! :)


Abends habe ich meine Wäsche alleine gewaschen! Das ist mal ein Erfolgsgefühl! Ich meine, das habe ich zu Hause auch schon gemacht, aber noch nie mit den kanadischen Waschmaschinen. Ihr wisst schon, wo man oben zwei Dollar einwerfen muss und die Maschine dann anfängt zu waschen.
Es hat sich sogar nichts verfärbt und es ist nichts eingelaufen! :)

Zum Unterricht: Es ist auf jeden Fall anders.
Erstmal haben wir nur Klassenräume ohne Fenster, die Hälfte davon liegt unterirdisch.
Weiterhin kommt der Großteil der (männlichen) Schüler in Badesandalen, Kappe und mit Kaugummi. Am ersten Tag musste ich mich beherrschen, um nicht laut loszulachen. Was würden meine Lehrer wohl dazu sagen? :)
Außerdem glaube ich, dass der Unterricht hier einfacher ist. Unser erstes Thema in Mathe wird lineare Funktionen sein, das ist in Deutschland Stoff aus der siebten und achten Klasse.
Die Lehrer sind hier nicht so streng, bis jetzt zumindest, und ich glaube, ich habe wirklich gute Lehrer erwischt :)


Das restliche Zusammenleben mit den anderen ist auch super, wir gucken zum Beispiel fast jeden Abend einen Film und gehen auch öfters zu verschiedenen Läden oder etwas essen. :)
Am Wochenende habe ich auch bei einer Freundin im Zimmer übernachtet :), weil ich ja die Einzige in meinem Zimmer war, da die Anderen drei im weißen Team sind.
Das weiße und das goldene Team hatten dieses Wochenende Tournaments, ich bin mit den Maroons dann nächste Woche dran.


Montag hat eine aus meinem Team Geburtstag, was bedeutet, dass es nach dem Mittagessen Kuchen gibt!!!
Das Essen hier ist wirklich superlecker, und es gibt jeden Tag etwas Neues: Chicken á la King, Pommes, …es ist einfach köstlich!
Morgens haben wir immer ein kleines Frühstück mit Toasts, Bagels, Cornflakes, mittags haben wir immer etwas Anderes; es gibt aber immer Salat dazu, genauso wie abends. Ich werde also nicht verhungern! :) Nur meistens gibt es nicht so viel Gemüse, wie wir in Deutschland essen. Für Vegetarier ist also etwas schwieriger hier…


Ansonsten ist es wirklich eine große Familie hier.
So viele Namen zu merken!
Aber jeder hilft jedem und man findet schnell neue Freunde :) Ich lerne jeden Tag neue Menschen kennen, und alle sind meganett!

So, jetzt muss ich aber schnell duschen, und dann schaue ich mal, was es heute Gutes in der Cafeteria gibt :)
CU

Freitag, 5. September 2014

Cornwall


Endlich kann ich mich wieder melden!
Wir haben hier in der Schule nicht so gutes WiFi, sie arbeiten noch daran, und jetzt gerade muss ich natürlich die Gelegenheit am Schulcomputer nutzen.

Ich habe gerade die E-Mail von meiner Mutter bekommen, dass mein Blog mit der FSG-Website verlinkt ist... Das ist echt Hammer!


Aber ich schätze, dass euch erstmal die OHA und mein Leben hier interessiert.


.


Wir waren bei Toronto stehengeblieben...am Morgen nach meinem letzten Post sind wir erstmal vier Stunden nach Cornwall gefahren. Die Landschaft war immer dieselbe! Nach einer Weile wird das echt langweilig!! Überall waren die ganze Zeit Sümpfe und Wälder und Gräser, ab und zu von einigen kleinen Örtchen unterbrochen


Hier in Kanada gibt es sehr viel Wasser, deshalb sieht man überall kleine Tümpel und Seen. Manche von ihnen sind wirklich schön und man sieht auch recht häufig kanadische Wildgänse (Auf der Dollar-Münze sind ebenfalls welche)


Schließlich, in Cornwall, begrüßten viele Lehrer und Trainer uns sehr herzlich und mir wurde mein Zimmer gezeigt.
Ich bin in einem Vierer-Zimmer mit einer Kanadierin, einer New Yorkerin und einer Koreanerin. Es kommen wirklich Leute aus aller Welt hierher! Außer mir gibt es nur noch drei deutsche Jungs, aber keine Mädchen, was aber wahrscheinlich auch besser für mein Englisch ist. :)
Ich kriege hier ein Bett (ich bin im Hochbett oben! :)), einen Schreibtisch, einen Schrank und einen Stuhl zur Verfügung gestellt, den Rest muss man selbst organisieren.
Ich und mein Vater sind also erstmal durch den Walmart gerast, um mir Schulsachen, Kisten, ein kleines Regal für meinen Schrank und Bettzeug (!) zu kaufen.
Wir standen eine Stunde (!!!!!) vor dem Regal mit der Bettwäsche und haben diskutiert, was wir kaufen sollen, bis uns endlich eine nette Dame verraten hat, dass die Kanadier keinen richtigen Deckenbezug haben, sondern sich praktisch in den Bezug wickeln und dann die Decke darauf gelegt wird. Das hat erstmal gedauert, bis wir das kapiert haben! :)

Wir hatten am selben Tag noch ein Gespräch mit dem Schulleiter, der mir meinen Tagesablauf und meinen Stundenplan gegeben hat; mein Tag ist von morgens bis abends durchgeplant:
06:10 aufstehen
06:50 fährt der Bus zum Eistraining (es gibt drei Eisflächen hier)
09:15 wiederkommen, etwas Kleines frühstücken
09:30 Sport in der Sporthalle
10:50 Duschpause
12:10 Essen
12:50 4. Stunde (eigentlich erste Stunde für mich, Sport zählt auch als eine Stunde)
14:15 5. Stunde (man hat immer fünf Minuten Pause zwischendurch)
15:40 6. Stunde (die Stunden sind immer 1:20 Stunde lang)
17:00 Abendessen
21:45 Türen werden geschlossen, (also sollte man um diese Zeit drinnen sein) :)
22:10 Nachtruhe


Ich habe übrigens jeden Tag dieselben Fächer (man kann wie in Deutschland wählen, was man möchte), meine drei sind Mathe, Französisch und Englisch.


Zum Eishockey: Es gibt hier drei Mädchen-Eishockey-Teams: Weiß, Kastanienbraun (maroon) und Gold (das sind die Besten und Ältesten).
Ich bin mehr oder weniger im weißen Team, trainiere aber zur Zeit bei den Maroons mit und habe Samstag meinen ersten Einsatz!!! Wir spielen gegen Kingston!!! Ich bin echt aufgeregt!
Aber ich werde mein Bestes geben. :)

Drückt mir die Daumen!